Neues aus der Gemeinde Schladen-Werla

Missbrauch von Äckern als Zwischenlager für verkeimten Geflügelmist

21.07.12 von Sven Hagemann/ Lutz Seifert

Zunehmend beobachten die Grünen im den Samtgemeinden zwischen Elm, Asse und Fallstein dass die Äcker im Umkreis der Ortschaften als Zwischenlager für Geflügelmist aus Tierfabriken missbraucht werden. Grundsätzlich ist die Verwendung von Mist als Dünger sinnvoll, betont Norbert Haiduk, Grünes Mitglied im Samtgemeinderat Schöppenstedt. Doch aufgrund des ausufernden Antibiotika-Einsatzes in automatisierten Hühnerfabriken finden sich im Geflügeltrockenkot und Geflügelmist aus diesen Anlagen häufig Antibiotika und gesundheitsschädliche multiresistente Keime.

Da in Folge der explosionsartigen Vermehrung von Hühnerfabriken immer mehr Mist anfällt, der nicht sofort in die Äcker eingebracht werden kann, wird er nun vermehrt auf Äckern „zwischengelagert“. Dabei werden offensichtlich die eh schon schwachen niedersächsischen Vorschriften nochmals unterlaufen. Norbert Haiduk erläutert: „Oft findet sich weder die vorgeschriebene Abdeckung aus Plane oder Stroh, noch wurde der Standort so gewählt, dass kein Sickerwässer in Gräben oder Dränsträngen gelangen kann. So gelangen Nährstoffe, Arzneimittelreste und Keime ungehindert in Luft, Boden und Gewässer.“

Sven Hagemann, Landtagskandidat der Grünen besichtigte zusammen mit Parteifreuden die Situation vor Ort. Er fordert den Landkreis Wolfenbüttel auf, die Zwischenlagerung von verkeimtem Geflügelmist aus Gesundheitsgründen zu untersagen und ergänzt: „Statt industrieller Massentierhaltung sollte die niedersächsische Landesregierung eine vielfältige, ökologische und bäuerliche Landwirtschaft mit fairen Einkommen fördern. Damit stärken wir die regionale Wirtschaft, schützen ländliche Kulturlandschaften und produzieren gesunde Lebensmittel.“

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