Angelika Uminski (Theaterpädagogin)

Theaterpädagogin

Ein gutes Leben von Jung und Alt durch den Erhalt der Kitas und durch die Umstrukturierung der Schulen in Remlingen und Schöppenstedt zu einer Gesamtschule im ländlichen Raum als Verbundsystem mit den Schulstandorten Remlingen und Schöppenstedt
Hierzu möchte ich den Blick auf die immense und vielschichtige Bedeutung der "Schule vor Ort" zu lenken.
Bildung ist für den Einzelnen und für die Gesellschaft von entscheidender Bedeutung. Bildung bedeutet Schlüsselqualität für den Standort Deutschland, vor allem auch für unseren ländlichen Raum, der flächenmäßig größten Samtgemeinde im Kreis Wolfenbüttel.
Das Bildungsniveau bestimmt Wohlfahrt und Wachstum. In der heutigen Wissensgesellschaft ist ein hohes Humankapital ein bedeutsamer Wettbewerbs- und Standortvorteil. Nur eine Zahl dazu: eine Untersuchung der Bertelsmannstiftung stellt fest: hätten alle deutschen Schüler den finnischen Standard, könnte unser Land bis 2090 fast 10 Billionen EURO zusätzlich erwirtschaften – unser Schuldenproblem wäre gelöst.
Neben den allgemeingültigen – allerdings umstrittenen – Vorstellungen für den Umbau des Bildungssystems bedarf es für die ländlichen Räume besonderer Lösungen.
Die wichtigsten Stichworte sind dabei Flexibilität und Kooperation.
Für die Erhaltung von Schulstandorten auf dem Land müssen flexiblere Kriterien gelten als in der Stadt. Bei der Entscheidung über den Erhalt einer Schule auf dem Land können nicht allein schulische Überlegungen eine Rolle spielen. Zu berücksichtigen sind auch die soziale und kulturelle Funktion der Schule für den Ort und seine Umgebung.
Gerade die jungen Familien, die wir in den Gemeinden gewinnen wollen, suchen sich Standorte aus, die mit Dienstleistungsangeboten vorwarten können
und deshalb ist es so wichtig, sich heute und in der Zukunft ernsthaft damit auseinanderzusetzen und dabei dürfen finanzielle Aspekte nicht die Maxime des Handelns sein!
Insbesondere im Rahmen einer Bildungsbiographie spielt die Kommune als Bildungsort eine nicht unbeachtliche Rolle. Bildung findet eben auch am Wohnort statt und so haben  die wohnortnahen Schulen eine herausragende Bedeutung für die Bindung der Mitbürger an die Gemeinden. Sie fördern die Bereitschaft, Kommunen weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang möchte ich aus einer Broschüre des Bundesministeriums für Forschung aus dem Förderrichtlinienprogramm „Lernen vor Ort“ zitieren: „Der unmittelbare Bezugsrahmen für jede Bildungsbiographie ist die Kommune; hier werden die Weichen für den späteren Bildungserfolg gestellt. Insbesondere die verschiedenen Bildungsphasen, angefangen von der Kindertagesstätte bis zur allgemeinen beruflichen Bildung sowie der entsprechenden Übergänge, werden wesentlich durch die Akteure in der Kommune gestaltet.“

Deshalb mein Plädoyer, die Schulen vor Ort zu belassen!

Zu Beginn war von Flexibilität und Kooperation die Rede:
Wenn man beispielsweise Verbundsysteme zulässt, schafft man die Möglichkeit, Standorte vor Ort zu erhalten. Durch mehr Flexibilität kann es Schuldependancen vor Ort geben. Und auch die Möglichkeit der Einbeziehung der gymnasialen Oberstufe muss diskutiert werden.
Bei diesen Überlegungen darf es nicht um die reine Schul-„Versorgung“ und den dafür notwendigen Erhalt von Schulstandorten gehen. Vielmehr bilden Qualität, Begabungsgerechtigkeit und Standortsicherung gemeinsam die zwingenden Voraussetzungen für den Erhalt einer adäquaten Schulversorgung. Nur wenn diese Prämisse erfüllt ist, die sich aus Sicht der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern als Planungssicherheit und greifbare Zukunftschancen darstellt, wird es gelingen, die Bildungslandschaft im ländlichen Raum für junge Menschen weiter attraktiv zu gestalten und diese dort zu halten.
Wir als Verfechter des längeren gemeinsamen Lernens sind der Ansicht, dass dies in einer Gesamtschule am sinnvollsten umzusetzen ist. Wir fordern eine Gesamtschule im ländlichen Raum, die den Anforderungen und Bedürfnissen dieser Region entspricht. Darüber hinaus suchen wir nach Lösungen um eine freie Schulwahl nach der Grundschule über die Landesgrenzen hinweg zu realisieren, damit unser ländlicher Raum zusammenwachsen kann.
Wenn also eine möglichst wohnortnahe Schulversorgung und eine zukunftsweisende Qualität des Bildungsangebots auch im ländlichen Raum gewährleistet werden kann, dann wird - und davon sind wir zutiefst überzeugt - das Bildungswesen über seinen eigentlichen Bildungsauftrag hinaus einen wichtigen  Beitrag zum Erhalt des ländlichen Raumes leisten.
Schule heißt Heimat, Geborgenheit und Zukunft, heißt nicht nur Lernstandort.
Schulen sind (wie Dörfer) Lebenszentren des ländlichen Raums. Es geht um mehr als schulische Inhalte, denn Schulen setzen alle Impulse, die wir im ländlichen Raum für unsere Zukunft brauchen.
Eingedenk dieser Tatsachen setze ich mich auch in Zukunft dafür ein die Schulen in Schöppenstedt und auch in Remlingen zu erhalten und hier überzeugend gegenüber dem Landkreis unser Interesse an der Zukunft unserer neuen Samtgemeinde Elm-Asse deutlich zu machen. 

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